Grundlagen der Lyrik – die 5-Finger-Regel

Die Maus im Käse

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Grundlagen der Lyrik

5-Finger-Regel

Das Thema, mit welchem ich mich als Erstes beschäftigen möchte, ist die Fünf-Finger-Regel.

Ich halte mich dabei Hönigs „Neuer Versschule“. (Hönig, Christoph: Neue Versschule. Paderborn, W.Fing. 2008)

Er definiert den Begriff Vers als Zeilen von Gedichten, Vers-Epen und Dramen.

Da die Lyrik ursprünglich von Musik begleitet wurde, hat sie eine Rhythmik entwickelt.

Sie hat rhythmische Klänge und Strukturen.

Diese Rhythmik bildet sich aus einer Abfolge von betonten und unbetonten Silben, die die Hebungen und Senkungen genannt werden.

Dazu kommen Zäsuren, also Einschnitte die, in Form von z. B. einer neuen Zeile, die Versgrenze markieren.

Versanfänge werden i. d. R. großgeschrieben. Die Versenden werden durch Reime hervorgehoben.

Aus diesen theoretischen Grundlagen bildet sich die Fünf-Finger-Regel für die Lyrik:

1. Hebungen
2. Senkungen
3. Versgrenzen
4. Binnenzäsuren
5. Reime

Jetzt nehme ich mir eines meiner älteren Gedichte vor:

(für alle Hörfreudigen verlinke ich den Titel mit der Hörversion)

Die Maus im Käse

Die Maus

     Es gab einst eine Maus,           xXxxXx
Die baute sich ein Haus,           xXxxXx
Doch hatte sie weder nutz‘,     xXxxXxxx
Noch Schutz,                           xX
Denn die Katze Langenese      XxXxXxXx
Mochte Maus und Käse.             xXxxXx

Das kleine x steht für eine Senkung, während das große X für eine Hebung steht.

In Vers Nummer 5 ist die einzige Stelle, an der ich damals mit einer Hebung den Vers begonnen habe.
Binnenzäsuren sind gut ersichtlich und immer am Ende des Verses am Ende des Reimes zu finden.

Für alle, die mehr nach „Gefühl“ dichten (wie ich in der Regel auch):

Auf Gedichte-lernen.de kann man Gedichte auf Hebungen und Senkungen mit einem kleinen Programm analysieren lassen.

Ich gebe zu,  es handelt sich um ein Thema, dass mir relativ schwerfällt. Aber, wenn man sich im Lyrikbereich ausprobieren möchte, ist es für manche Texte notwendig darauf zu achten. Es hilft außerdem die richtige Rhythmik für die eigenen Texte zu entwickeln.

Bei bestimmten Textformen muss man bestimmte Regeln einhalten, ansonsten schafft man es nicht, sie auf die Art und Weise zu schreiben, wie man es möchte.

Wie ihr mitbekommen habt, halte ich mich für den Anfang an klassische Dichtung. Damit meine ich Dichtung, die sich reimt. Auf moderne Lyrik kann man das nicht immer beziehen, aber ich gehöre zu den Dichtern, die gerne auf Reime zurückgreifen.

Quelle: Hönig, Christoph: Neue Versschule. Paderborn, W.Fing. 2008, S.13.

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Über Claudia Wendt 63 Artikel
Claudia Wendt schreibt seit mehreren Jahren Gedichte und Geschichten. Seit 2017 arbeitet sie als freie Texterin.

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