Die Zeile

Was ist Lyrik?

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Die Zeile

Die Zeile innerhalb eines Gedichtes ist unmittelbar mit dem Begriff der Metrik verbunden. Zeilen werden nach der Anzahl der Betonungen bestimmt. Dabei spricht man von Hebungen und Senkungen, die eine Zeile prägen. Im Artikel über Metrik gehe ich darauf näher ein. Das Thema an sich finde ich sehr schwierig. Trotzdem möchte ich mich damit beschäftigen. Dieser Teil ist erst einmal sehr theoretisch. Wenn wir thematische eine Ebene Tiefer, zu den Versfüßen steigen, wird das Thema greifbarer.

Verse können zwei-, drei-, vier-, fünf-, sechs- und mehrhebig sein. Bis zu vier Hebungen bilden eine erkennbare deutliche Einheit. Selbst hier, wird bereits mit dem Zeilensprung gearbeitet. Zu lange Zeilen wirken sich mitunter negative auf das Verständnis und den Zusammenhang des Gedichtes aus. Je mehr Hebungen einen Vers auszeichnen, desto mehr geht die erkennbare Einheit verloren. Die Metrik in Zusammenhang mit der Zeile bilden neine natürliche Grenze für den Vers. Denn wird diese Grenze überschritte, überschreiten wir die Grenze von Lyrik zu Prosa.

Zwischen den Hebungen finden sich die Senkungen, die unbetont zwischen ihnen liegen. Je nach Betonung oder Nichtbetonung ändert sich der Klang des Zeilen- oder des Versausgangs. Betont endend, hinterlässt er einen klingenden Eindruck. Dabei handelt es sich um eine männliche Zeile. Die weibliche Zeile ist eher stumpf und unbetont endend.

Beginnt eine Zeile mit einer betonten Silbe, reden wir von einem Auftakt. Liest ein Leser einen Text langsam, tendiert er dazu automatisch mehr Betonungen hineinzulegen. Ein Großteil der deutschen Verslandschaft ist von ein- oder zweisilbigen Senkungen geprägt.

Es gibt 3 Möglichkeiten ermöglichen der Kennzeichnung von Zeilen:

  1. Die unregelmäßige Füllung
  2. Die Zeile lässt eine ein- oder zweisilbige Senkung zu und
  3. Die Füllung ist regelmäßig anzutreffen

1. Die unregelmäßige Füllung

Bei der unregelmäßigen Füllung fehlen Senkuungen und mehrere Hebungen folgen aufeinander. Beispiele dafür bilden der germanische Vers, der Knittelvers und der freie Rhythmus. Beim freien Rhythmus ist beispielsweise die Anzahl der Hebungen völlig frei. Der Dichter muss dem Leser mittels ausdrucksstarker Wörter Hinweise geben, wie er betonen soll.

2. Ein- oder zweisilbige Senkung

Das Volkslied zählt zu der klassischen Lyrikform mit drei oder vier Hebungen. Die Texte wirken ruhige, drücken viel aus, sind aber beweglich. Der Charakter der Zeilen ist liedhaft.

Die ein- oder zweisilbige Senkung erscheint in sechshebiger Form als Hexameter, ohne Auftakt zu Beginn. Der Hexameter hat bestimmte Einschnitte, die Zäsur genannt werden.

Gestritten wird darüber, ob der strenge antike sechshebige Hexameter auch für deutsche Lyrike gelten soll. Bei dieser ist bereits nach der Vierten Hebung eine Zäsur erkennbar. Beim deutschen Hexameter wird die Zäsur nach der dritten Hebung gesetzt.

Wenn nach der dritten oder sechsten Hebung eine Senkung fehlt, wird aus dem Hexameter ein Pentameter. Nach der Zäsur erfolgt eine Pause.

a) Die einsilbige Senkung

Die einsilbige Senkung besteht immer aus einer betonten und einer unbetonten Silbe. Beginnt eine Zeile unbetont, handelt es sich um den Jambus. Beim Start der zeile mit betonten Silbe, ist das Versmaß der Trochäus. Somit kann es sich bei der Zeile um einen zwei-, drei-, vier-, fünf- oder sechsehbigen Jambus oder Trochäus handeln. Das Versmaß entscheidet damit über den Charakter des Verses. Bei Jambus und Trochäus lassen sich kurze und lange Zeilen unterscheiden. Bei langen Zeilen wird die Einheit des Verses aufgeglieder und überspült. Je nach Zeileneingang haben Jamben und Trochäen unterschiedlichen Verscharakter.

b) Die regelmäßige zweisilbige Senkung

Finden wir diese in der Zeile, gibt es wieder zwei Möglichkeiten. Die kleinste Einheit dieser Art ist der Daktylus. Beginnt die Zeile jeddoch mit zwei unbetonten Silben, handelt es sich um den Anapäst. Die Daktylen lassen sich mit der Anwesenheit oder der Abwesenheit des Auftaktes erknennen. Auf dem Papier finden sich verschiedene Lagen von Hebungen. Bei diesen Zeilen finden sich keine regelmäßigen Einschnitte nach den Takten.

c) Regelmäßigkeit durch ein- oder zweisilbige ausgesparte Senkung

Dabei handelt es sich um die gleiche Füllung, die immer wieder an der gleichen Stell in der Strophe wiederkehrt. Der Dichter hat dabei wenige Freiheiten und muss das gewählte Schema durchgehend beachten. Diese Form der Füllung hat ihren Ursprung im Antiken Odenmaß. Bei dem Versuch dieses ins deutsche möglichst Originalgetreu zu übertragen, erschienen die Zeilen immer in strophischen Gefügen.

 

Quellen:

Kayser, Wolfgang: Kleine deutsche Versschule. Bern 1968. 2008. S.18-33.

 

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Über Claudia Wendt 56 Artikel
Claudia Wendt schreibt seit mehreren Jahren Gedichte und Geschichten. Seit 2017 arbeitet sie als freie Texterin.

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